Merchant Center
Ablehnungen im Google Merchant Center beheben: der komplette Leitfaden
Produkte im Merchant Center abgelehnt? So diagnostizieren und beheben Sie alle wichtigen Ablehnungsarten systematisch – mit Einstufung nach Schweregrad.
Keine Panik — die meisten Ablehnungen lassen sich beheben
Wenn im Merchant Center plötzlich reihenweise Produkte abgelehnt werden, ist das stressig, aber nur selten eine Katastrophe. Die meisten Ablehnungen lassen sich klar erkennbaren Kategorien zuordnen, und für jede gibt es eine gut dokumentierte Lösung. Entscheidend ist, die eigentliche Ursache systematisch einzugrenzen, statt zu raten.
Dieser Artikel ist Ihr zentrales Nachschlagewerk für alle gängigen Ablehnungsarten. Zu den häufigsten Problemen gibt es eigene Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die wir im jeweiligen Abschnitt unten verlinkt haben.
Ablehnungen nach Schweregrad
| Schweregrad | Bedeutung | Erforderliche Maßnahme |
|---|---|---|
| Kritisch | Risiko einer Kontosperrung oder massenhafte Ablehnungen, die einen Großteil des Katalogs betreffen | Innerhalb von 24 Stunden beheben |
| Hoch | Einzelne Produkte abgelehnt, direkte Auswirkung auf den Umsatz | Innerhalb von 48–72 Stunden beheben |
| Mittel | Produkt genehmigt, bleibt aber wegen Problemen mit der Datenqualität hinter seinen Möglichkeiten zurück | Im nächsten Optimierungszyklus beheben |
Wo Sie die Ablehnungsgründe finden
Öffnen Sie Merchant Center → Produkte → Maßnahme erforderlich. Dieser Tab zeigt alle aktuellen Probleme, nach Art gruppiert. Klicken Sie ein Problem an, um zu sehen, welche Produkte betroffen sind und gegen welche Richtlinie oder Datenqualitätsregel genau verstoßen wird.
Die Probleme fallen in zwei Hauptkategorien:
-
Richtlinienverstöße — Produkte, die gegen die Shopping-Richtlinien von Google verstoßen. Sind die Verstöße schwerwiegend genug, betreffen sie oft das gesamte Konto.
-
Probleme mit der Datenqualität — Produkte mit fehlenden, falschen oder minderwertigen Attributen. Lassen sich meist auf Feed-Ebene beheben.
Kritische Ablehnungen
Falschdarstellung KRITISCH
Eine der schwerwiegendsten Ablehnungen. Sie bedeutet, dass die automatisierten Systeme oder die manuellen Prüfer von Google Hinweise darauf gefunden haben, dass Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte irreführend dargestellt werden. Häufige Auslöser: unterschiedliche Preise in Feed und Website, Unternehmensangaben, die nicht zu dem passen, was Google selbst findet, schwer überprüfbare Werbeaussagen („die besten der Welt“), ein Checkout, der nicht richtig funktioniert.
Lösungsansatz: Hier ist ein gründliches Audit der Website nötig. Stellen Sie sicher, dass jeder Preis im Feed exakt mit dem Preis auf Ihrer Website übereinstimmt. Sorgen Sie dafür, dass „Über uns“, Kontaktseite und Unternehmensangaben vollständig und stimmig sind. Streichen Sie Superlative aus den Produktbeschreibungen. Halten Sie die Beanstandung für unberechtigt, beantragen Sie eine manuelle Überprüfung mit einer ausführlichen Begründung.
Zeitrahmen: Manuelle Überprüfungen können 3–7 Werktage dauern. Nach einer Korrektur im Feed werden die Produkte in der Regel innerhalb von 24–48 Stunden automatisch wieder freigegeben.
Fehler bei automatischen Artikelaktualisierungen KRITISCH
Google crawlt Ihre Landingpages und korrigiert Preis- und Verfügbarkeitsdaten automatisch, wenn es Abweichungen gegenüber Ihrem Feed feststellt. Schlägt das dauerhaft fehl – weil Google Ihre Seiten nicht crawlen kann oder immer wieder Abweichungen findet –, werden die automatischen Aktualisierungen irgendwann ausgesetzt und die betroffenen Produkte abgelehnt.
Lösungsansatz: Stellen Sie sicher, dass der Googlebot in der robots.txt nicht blockiert wird. Beseitigen Sie systematische Abweichungen bei Preis und Verfügbarkeit, indem Sie Ihren Feed häufiger aktualisieren. Prüfen Sie mit dem URL-Prüftool der Google Search Console, ob Google Ihre Produktseiten tatsächlich crawlen kann.
Ablehnungen mit hohem Schweregrad
Abweichung bei Preis und Verfügbarkeit HOCH
Die Crawler von Google gleichen Ihre Landingpages regelmäßig mit Ihren Feeddaten ab. Stimmen Preis oder Verfügbarkeit auf Ihrer Website nicht mit dem Feed überein, werden die Produkte abgelehnt. Das ist die Ursache Nr. 1, wenn die Zahl der Ablehnungen plötzlich sprunghaft steigt.
Häufige Ursachen: Rundungsdifferenzen bei der Währungsumrechnung, unterschiedliche Logik bei Preisen mit bzw. ohne Steuer, verspätete Feed-Updates nach Preisänderungen, regional unterschiedliche Preise, die der Feed nicht abbildet.
Lösungsansatz: Aktualisieren Sie den Feed häufiger (mindestens täglich, idealerweise mit einem Ergänzungsfeed – offizielle Bezeichnung: zusätzliche Datenquelle –, der Preis und Verfügbarkeit alle 15–20 Minuten aktualisiert). Sorgen Sie dafür, dass Ihre Feed-Generierung Preise und Steuern genauso berechnet wie Ihre Website. Richten Sie ein Monitoring mit Benachrichtigungen ein.
→ Zur vollständigen Anleitung: Preisabweichungen beheben
Abweichung bei der Verfügbarkeit HOCH
Ihr Feed meldet „in_stock“, auf der Landingpage wird das Produkt aber als nicht vorrätig angezeigt (oder umgekehrt). Google erkennt das über seinen Crawler und lehnt die betroffenen Produkte ab.
Lösungsansatz: Richten Sie einen Ergänzungsfeed ein, der die Verfügbarkeit nahezu in Echtzeit (alle 15–20 Minuten) aktualisiert. Wenn Sie die Merchant API nutzen, übertragen Sie Verfügbarkeitsänderungen sofort, sobald sich der Bestand ändert. Bei WooCommerce/Shopify unterstützen die meisten Feed-Plugins automatische Verfügbarkeitsupdates.
→ Zur vollständigen Anleitung: Verfügbarkeitsabweichungen beheben
Fehlende oder ungültige GTIN HOCH
Für Markenprodukte verlangt Google eine gültige GTIN (EAN, UPC, ISBN, JAN). Fehlt bei einem Produkt die GTIN, obwohl es eine haben müsste, wird es beanstandet. Ungültige GTINs (falsche Prüfziffer, falsches Format) werden ebenfalls beanstandet.
Lösungsansatz: Besorgen Sie die GTINs bei Ihrem Hersteller oder Großhändler. Prüfen Sie GTINs vor dem Übermitteln (Tools zur Prüfziffernvalidierung gibt es kostenlos). Für Produkte, die tatsächlich keine GTIN haben (Einzelanfertigungen/Eigenmarken), setzen Sie identifier_exists auf false.
→ Zur vollständigen Anleitung: GTIN-Probleme beheben
Probleme mit der Bildqualität HOCH
Zu klein, mit Wasserzeichen oder Werbetext, Platzhalter- bzw. generische Bilder oder mehrere Produkte im Bild, obwohl nur ein einzelnes Produkt angeboten wird.
Lösungsansatz: Erfüllen Sie die Mindestanforderungen von Google (250 × 250 px für Bekleidung, 100 × 100 px für andere Kategorien) – für die beste Platzierung in Google Shopping sollten Sie aber 800 × 800 px oder mehr anstreben. Entfernen Sie Wasserzeichen und werbliche Einblendungen. Verwenden Sie weiße oder neutrale Hintergründe. Bei Bekleidung sollte das Produkt mindestens 75% des Bildes ausfüllen. Bei Varianten braucht jede Variante ein eigenes Bild.
→ Zur vollständigen Anleitung: Probleme mit der Bildqualität beheben
Landingpage nicht crawlbar HOCH
Der Crawler von Google kann Ihre Produkt-Landingpages nicht aufrufen. Damit fällt die automatische Prüfung von Preis und Verfügbarkeit aus, was früher oder später zur Ablehnung führt.
Häufige Ursachen: Die robots.txt sperrt den Googlebot, Produkte sind nur nach Login oder Altersabfrage sichtbar, Geoblocking sperrt die in den USA ansässigen Crawler von Google aus, aggressive Bot-Erkennung (Cloudflare, Incapsula) blockiert den Crawler, Produkt-URLs liefern 404-Fehler.
Lösungsansatz: Prüfen Sie Ihre robots.txt und stellen Sie sicher, dass der Googlebot nicht blockiert wird. Testen Sie die Crawlbarkeit mit dem URL-Prüftool der Google Search Console. Wenn Sie Cloudflare nutzen, setzen Sie den Googlebot auf die Zulassungsliste. Prüfen Sie, ob alle Produkt-URLs den HTTP-Status 200 zurückgeben.
Fehlende Versandinformationen HOCH
Produkte ohne gültige Versandeinstellungen können in den meisten Märkten nicht genehmigt werden. Google verlangt, dass Käufer die Versandkosten sehen, bevor sie klicken.
Lösungsansatz: Richten Sie die Versanddienste im Merchant Center ein (Einstellungen → Versand und Rückgaben) oder ergänzen Sie im Feed für jedes betroffene Produkt das Attribut shipping. Achten Sie darauf, dass Ihre Versandeinstellungen alle Länder abdecken, auf die Sie Ihre Anzeigen ausrichten.
Falsche Steuereinstellungen HOCH
Betrifft vor allem US-Konten. Stimmen Ihre Steuereinstellungen nicht mit dem überein, was Sie im Checkout tatsächlich berechnen, können Produkte wegen Preisabweichungen abgelehnt werden.
Lösungsansatz: Nutzen Sie die automatische Steuerberechnung von Google (Einstellungen → Steuern), die die Steuersätze der US-Bundesstaaten automatisch berücksichtigt. Wenn Sie Steuersätze manuell hinterlegen, müssen sie exakt mit den im Checkout berechneten Beträgen übereinstimmen. Bei EU-Konten sollten die Preise ohnehin inklusive Mehrwertsteuer angegeben sein – eine separate Steuerkonfiguration ist nicht nötig.
Probleme mit mittlerem Schweregrad
Eingeschränkte Kategorien — Richtlinienverstöße in bestimmten Kategorien MITTEL
Für bestimmte Produktkategorien gelten zusätzliche Richtlinienanforderungen. Wer in diesen Kategorien verkauft, ohne die Anforderungen zu erfüllen, bekommt kategoriespezifische Ablehnungen.
Zu den eingeschränkten Kategorien gehören:
-
Alkohol: Altersverifizierung im Checkout erforderlich. Muss als Funktion der Landingpage aktiviert sein. Alkohol ist eine eingeschränkte Kategorie: Er ist nur in zugelassenen Ländern und mit Einschränkungen erlaubt.
-
Gesundheit / Medizinprodukte: Unbelegte gesundheitsbezogene Aussagen sind nicht erlaubt. Für verschreibungspflichtige Produkte ist die Teilnahme an einem speziellen Programm erforderlich.
-
Finanzprodukte: Müssen den Werberichtlinien für Finanzdienstleistungen entsprechen. Renditegarantien sind nicht erlaubt.
-
Glücksspiel: Erfordert die Glücksspielzertifizierung von Google.
-
Waffen und Ähnliches: Messer, Zubehör für Schusswaffen – manches ist komplett verboten, für anderes müssen bestimmte Richtlinien eingehalten werden.
→ Zur vollständigen Anleitung: Richtlinienverstöße beheben
Unzureichende Produktdaten MITTEL
Die Produkte sind genehmigt, werden aber wegen Problemen mit der Datenqualität markiert, die die Performance schmälern: generische Titel, kurze Beschreibungen, fehlende Marke, fehlende Variantenattribute (Farbe/Größe bei Bekleidung) usw.
Lösungsansatz: Führen Sie ein Audit der Feed-Qualität durch (siehe den vollständigen Leitfaden zur Feed-Optimierung). Priorisieren Sie: Titelqualität → vollständige GTINs → korrekte Kategorien → Variantenattribute → Bildqualität. Nutzen Sie einen Ergänzungsfeed, um Korrekturen einzuspielen, ohne den Generator Ihres Hauptfeeds anzufassen.
Richtlinienverstöße — eingeschränkte Inhalte MITTEL
Produkte mit Inhalten, die nach den Richtlinien von Google eingeschränkt oder verboten sind. Dazu gehören: nicht jugendfreie Inhalte (ohne ordnungsgemäße Kennzeichnung/Zertifizierung), bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, Produktfälschungen, nicht autorisierter Weiterverkauf von Tickets.
Lösungsansatz: Prüfen Sie im Tab „Maßnahme erforderlich“ den genauen Grund für den Richtlinienverstoß. Bei nicht jugendfreien Inhalten setzen Sie für die betreffenden Produkte das Attribut „Nicht jugendfrei“. Bei Nahrungsergänzungsmitteln prüfen Sie die Formulierung Ihrer Aussagen und streichen alle, die gegen die Richtlinien zu gesundheitsbezogenen Aussagen verstoßen. Für den Weiterverkauf von Tickets müssen Sie autorisierter Partner sein.
Strategien für die Massenkorrektur
Bei Hunderten oder Tausenden abgelehnter Produkte sind Einzelkorrekturen nicht praktikabel. So gehen Sie die Korrektur im großen Stil effizient an:
Schritt 1: Nach Ursache gruppieren
Der Tab „Maßnahme erforderlich“ gruppiert die Probleme automatisch. Schauen Sie aber nicht nur auf das Symptom – verfolgen Sie es bis zur eigentlichen Ursache in der Logik Ihrer Feed-Generierung zurück. Eine „Preisabweichung“ bei 800 Produkten bedeutet meist, dass eine einzige Stelle in Ihrem Feed-Generator fehlerhaft ist – nicht, dass 800 einzelne Produktfehler vorliegen.
Schritt 2: An der Quelle beheben
Beheben Sie immer die Ursache, nicht einzelne Produkte:
-
Fehler in der Logik der Feed-Generierung? Korrigieren Sie den Code bzw. das Template, das Ihren XML-/CSV-Feed erzeugt
-
Fehlende Attribute in einer Produktkategorie? Ergänzen Sie das Attribut in Ihrem CMS bzw. Ihrer Datenbank und exportieren Sie neu
-
Bildqualität bei vielen Produkten? Bearbeiten Sie die Bilder im Stapel über eine automatisierte Bildoptimierung
-
Unvollständige GTINs? Importieren Sie die GTINs aus der Lieferantendatenbank in Ihre Produktdatenbank
Schritt 3: Mit Ergänzungsfeeds schnelle Erfolge erzielen
Für Korrekturen auf Attributebene, die keine Änderungen an Ihrer zentralen Produktdatenbank erfordern, sind Ergänzungsfeeds der schnellste Weg:
-
Exportieren Sie die betroffenen Produkte mit ihren IDs als CSV-Datei
-
Tragen Sie die korrigierten Attributwerte ein
-
Laden Sie die Datei im Merchant Center als Ergänzungsfeed hoch
-
Legen Sie die Priorität so fest, dass der Ergänzungsfeed die fehlerhaften Werte aus Ihrem Hauptfeed überschreibt
Schritt 4: Erneute Überprüfung beantragen
Warten Sie nach der Korrektur nicht auf den nächsten automatischen Crawl von Google. Öffnen Sie das Problem im Tab „Maßnahme erforderlich“ und wählen Sie „Überprüfung anfordern“. Damit werden Ihre Produkte schneller neu bewertet – in der Regel innerhalb von 24–48 Stunden, statt erst im nächsten regulären Crawl-Zyklus (3–7 Tage).
Schritt 5: Auf erneutes Auftreten achten
Sobald die Korrekturen umgesetzt sind, richten Sie Benachrichtigungen im Merchant Center ein, damit Sie informiert werden, sobald dieselben Probleme wieder auftreten, und prüfen Sie Ihre Feeddaten nach jeder Änderung erneut (mit einem Feed-Audit-Tool wie Boostora geht das schnell). Viele Feedfehler treten nur sporadisch auf – etwa nach Website-Deployments, Änderungen am Preissystem oder CDN-Updates.
Vorbeugen ist besser als Heilen
Am besten gehen Sie mit Ablehnungen um, indem Sie sie von vornherein vermeiden. Machen Sie Folgendes zur festen Routine:
-
Täglich: Prüfen Sie den Tab „Maßnahme erforderlich“ im Merchant Center auf neue Probleme. Dauert 2 Minuten.
-
Wöchentlich: Prüfen Sie die Kennzahlen zum Zustand Ihres Feeds: Anteil genehmigter Produkte, Anteil mit Warnung, Anteil abgelehnter Produkte. Gehen Sie jeder Verschlechterung nach.
-
Nach jedem Website-Deployment: Prüfen Sie, ob die Produkt-URLs noch funktionieren, die Preise noch übereinstimmen und Google die Seiten weiterhin crawlen kann. Viele sprunghafte Anstiege bei Ablehnungen entstehen direkt nach einem Website-Update.
-
Nach jeder Aktion oder Preisänderung: Stellen Sie sicher, dass die Preisupdates im Feed vor oder zeitgleich mit der Änderung auf der Website übertragen werden.
-
Monatlich: Vollständiges Feed-Audit anhand aller 17 Schlüsselattribute. So erkennen Sie eine schleichende Verschlechterung der Datenqualität, bevor daraus Ablehnungen werden.