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Kontosperrung im Google Merchant Center: Ursachen, Reaktivierung und Vorbeugung

Sperrungen im Merchant Center: häufige Ursachen, manuelle Überprüfung, realistische Dauer bis zur Reaktivierung (7–30 Tage) und wirksame Einsprüche.

Aktualisiert 6 Min. Lesezeit

Eine Kontosperrung stoppt alles

Abgelehnte Produkte sind lästig. Eine Kontosperrung ist ein Problem ganz anderer Größenordnung. Wird Ihr Merchant Center-Konto gesperrt, wird kein einziges Produkt mehr ausgeliefert – bezahlte Shopping-Anzeigen, Produktplatzierungen in Performance Max und kostenlose Produkteinträge sind auf einen Schlag offline. Der Umsatz kann wenige Stunden nach Eingang der Sperrungs-E-Mail auf null fallen.

Sperrungen kommen häufiger vor, als die meisten Werbetreibenden erwarten. Die automatisierte Richtliniendurchsetzung von Google markiert jedes Jahr Millionen Konten – darunter viele seriöse Händler, deren technische oder inhaltliche Probleme automatische Prüfungen auslösen.

Die häufigsten Ursachen für Sperrungen

1. Falschdarstellung

Der am weitesten gefasste und am häufigsten genannte Grund. Darunter fallen:

  • Die Website lässt nicht klar erkennen, wer hinter dem Shop steht (fehlende Kontaktdaten, keine Adresse)

  • Produkte im Feed stimmen nicht mit der Website überein (Abweichungen bei Preis, Beschreibung, Verfügbarkeit)

  • Werbeaussagen, die sich nicht belegen lassen („garantiert niedrigster Preis“)

  • Irreführende Versandversprechen (im Feed steht „Versand am selben Tag“, die Website bestätigt das nicht)

  • Rückgabe- und Erstattungsbedingungen sind nicht klar angegeben

Wichtig: Der Crawler von Google prüft Ihre Website unabhängig von Ihrem Feed. Steht im Feed 29,99 €, auf der Website aber 39,99 €, oder meldet der Feed „in_stock“ für ein Produkt, das auf der Produktdetailseite als „wird nachbestellt“ angezeigt wird, werden diese Abweichungen als Falschdarstellung eingestuft – und nicht bloß als Fehler in der Datenqualität.

2. Umgehung von Durchsetzungsmaßnahmen

Dieser Grund greift, wenn Google erkennt, dass eine frühere Maßnahme umgangen werden soll: ein neues Merchant Center-Konto nach einer Sperrung, ohne die eigentliche Ursache zu beheben, eine andere Domain, die auf einen gesperrten Shop weiterleitet, oder Produkte, die unter einem anderen Unternehmensnamen eingereicht werden, aber zur selben Website gehören. Diese Kategorie wiegt besonders schwer und lässt sich schwerer rückgängig machen.

3. Nicht unterstützte Shopping-Inhalte

Bestimmte Produktkategorien sind für Shopping-Anzeigen nicht zulässig: gefälschte Waren, gefährliche Produkte (nicht regulierte Waffen) und Produkte, die unerlaubte Aktivitäten ermöglichen. Enthält Ihr Feed Produkte aus diesen Kategorien – auch versehentlich durch eine falsche Kategorisierung –, kann das eine Überprüfung auf Kontoebene auslösen.

4. Wiederholt falsche Angaben zu Preis und Verfügbarkeit

Einzelne Preisabweichungen führen zur Ablehnung der betroffenen Produkte. Flächendeckende Abweichungen bei Preis und Verfügbarkeit, die auf eine systematische Falschdarstellung hindeuten, können aber zu Maßnahmen auf Kontoebene führen. Ein Konto, bei dem die Preise von 30% der Produkte nicht mit den Landingpages übereinstimmen, wird früher oder später auf Kontoebene markiert.

5. Verstöße gegen Website-Richtlinien

  • HTTPS im gesamten Checkout – HTTP im Checkout ist ein Sperrgrund

  • Erreichbare Datenschutzerklärung – muss ohne Login aufrufbar sein

  • Sichere Zahlung – muss über einen anerkannten Zahlungsdienstleister laufen

  • Funktionierende Website – häufige Ausfälle während der Crawling-Zeiten von Google sorgen für immer mehr Warnungen zur Zuverlässigkeit

Abgelehntes Produkt oder Kontosperrung?

  • Abgelehntes Produkt: Einzelne Produkte werden markiert, die übrigen weiter ausgeliefert. Problem beheben, Produkt erneut einreichen. In der Regel innerhalb von 24–72 Stunden erledigt.

  • Kontosperrung: Kein Produkt wird mehr ausgeliefert. Erfordert einen formellen Einspruch und eine manuelle Überprüfung. Dauer: meist 7–30 Tage, bei komplexen Fällen oder wiederholten Verstößen auch länger.

Eine Kontosperrung erkennen Sie am Banner im Merchant Center: „Ihr Merchant Center-Konto wurde gesperrt“ – zusammen mit dem wichtigsten genannten Richtlinienverstoß.

Schritt 1: Erst analysieren, dann Einspruch einlegen

Der häufigste Fehler beim Einspruch: ihn sofort einzulegen, ohne die eigentliche Ursache zu beheben. Die Prüfer von Google kontrollieren bei der Bearbeitung Ihres Einspruchs, ob die genannten Probleme noch bestehen. Ist das der Fall, wird der Einspruch abgelehnt, und Sie haben eine Überprüfungsrunde verschenkt.

Vor dem Einspruch sollten Sie:

  • Die Sperrungs-E-Mail sorgfältig lesen. Google nennt darin den wichtigsten Richtlinienverstoß. Das ist der Ausgangspunkt, nicht das vollständige Bild.

  • Ihre Website aus Sicht des Googlebot crawlen. Nutzen Sie dafür die URL-Prüfung der Google Search Console. Prüfen Sie 5–10 Produktseiten, die Startseite und den Checkout.

  • Eine Stichprobe von 20 Produkten aus Ihrem Feed ziehen und manuell prüfen: Stimmt der Preis im Feed mit dem Preis auf der Produktseite überein? Passt die Verfügbarkeit im Feed zum Status auf der Seite?

  • Alle Richtlinienseiten prüfen. Datenschutzerklärung, Rückgabebedingungen, Versandbedingungen – ohne Login erreichbar?

  • Den Checkout auf Mobilgeräten testen. Ist HTTPS bei jedem Schritt aktiv? Ist der Zahlungsdienstleister klar erkennbar?

Schritt 2: Alles beheben, was Sie finden

Beheben Sie alles, was Ihr Audit zutage gefördert hat – nicht nur den Verstoß gegen die konkret genannte Richtlinie. Dokumentieren Sie jede Änderung mit Zeitstempel. Diese Dokumentation bildet den Kern Ihrer Einspruchsbegründung.

Einen wirksamen Einspruch verfassen

Einsprüche im Merchant Center reichen Sie über die Funktion „Überprüfung beantragen“ in Ihrem Konto ein. Die Prüfer bearbeiten täglich viele Einsprüche – ein kurzer, präziser Antrag wirkt besser als ein langer Brief.

Bewährter Aufbau:

  • Das Richtlinienproblem kurz benennen – „Unser Konto wurde wegen Falschdarstellung gesperrt.“

  • Genau beschreiben, was Sie gefunden haben – „Unser Audit hat ergeben: (a) Die Produktpreise bei 15 SKUs stimmten wegen einer verzögerten Feederstellung nicht mit dem Feed überein, (b) unsere Seite mit den Rückgabebedingungen war in der mobilen Fußzeile nicht verlinkt.“

  • Genau beschreiben, was Sie behoben haben – „Wir haben: (a) das Skript zur Feederstellung so korrigiert, dass es Live-Preise abruft, und dies am [Datum] anhand von 30 Stichproben-SKUs überprüft, (b) den Link zu den Rückgabebedingungen in die Vorlage der mobilen Fußzeile aufgenommen.“

  • Den aktuellen Stand angeben – „Mit Stand vom [Datum] stimmen alle Produktpreise in unserem Feed mit unseren Landingpages überein, und alle erforderlichen Richtlinienseiten sind auf Desktop- und Mobilgeräten erreichbar.“

Vermeiden Sie: lange Vorgeschichten, emotionale Formulierungen und vage Aussagen wie „wir haben alles überprüft und die Probleme behoben“.

Realistische Dauer bis zur Reaktivierung

Auf Basis öffentlich zugänglicher Daten aus der Hilfe-Community von Google Merchant Center und Erfahrungsberichten von Werbetreibenden:

  • Erstmalige Falschdarstellung, kleinere Probleme: 7–14 Werktage nach Einreichen des Einspruchs

  • Erstmalige Sperrung, komplexe oder mehrfache Verstöße: 14–30 Werktage

  • Wiederholte Sperrung (zweiter oder dritter Verstoß): mehr als 30 Werktage; manche Fälle enden mit einer dauerhaften Sperrung

  • Sperrung wegen Umgehung: 30 bis über 60 Werktage; Reaktivierung nicht garantiert

Nach Abschluss der Überprüfung erhalten Sie eine E-Mail. Bei einer Ablehnung nennt die E-Mail den Grund (manchmal nur vage). Reichen Sie nicht mehrere Einsprüche kurz hintereinander ein – das setzt Sie in der Warteschlange jedes Mal zurück und beschleunigt nichts.

Was Sie während der Wartezeit tun können

  • Andere Kanäle im Blick behalten. Eine Sperrung in Shopping betrifft keine bezahlten Textanzeigen im Suchnetzwerk. Erhöhen Sie gegebenenfalls vorübergehend die Budgets für Textanzeigen.

  • Weiter prüfen. Nutzen Sie die Wartezeit, um Feed und Website weiter zu verbessern. Halten Sie weitere dokumentierte Korrekturen bereit, um erneut Einspruch einzulegen, falls der erste abgelehnt wird.

  • Kein neues Konto anlegen. Ein neues Merchant Center-Konto mit derselben Domain während einer laufenden Sperrung gilt als Umgehung – ein noch schwerwiegenderer Verstoß, der zu einer dauerhaften Sperrung führen kann.

Vorbeugung

  • Preise und Verfügbarkeit synchron halten. Ein Ergänzungsfeed (offizielle Bezeichnung: zusätzliche Datenquelle), der Preis und Verfügbarkeit alle 15–20 Minuten aktualisiert, ist die wirksamste technische Absicherung. Wie Sie einen Ergänzungsfeed einrichten, erfahren Sie im Leitfaden zur Feed-Optimierung.

  • Rechtstexte der Website jährlich prüfen. Datenschutzerklärungen müssen aktualisiert werden, wenn sich die Datenverarbeitung ändert. Eine veraltete Erklärung ist ein häufiger Auslöser automatischer Prüfungen.

  • Den Tab „Maßnahme erforderlich“ im Merchant Center wöchentlich prüfen. So erkennen Sie Probleme auf Produktebene, bevor sie sich zu Markierungen auf Kontoebene summieren.

  • Den Checkout auf Mobilgeräten testen. Google prüft auch den mobilen Checkout. Sicherheitsprobleme auf Mobilgeräten lösen häufig eine Einstufung als Falschdarstellung aus – und bleiben bei Tests am Desktop unentdeckt.

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