GMC-Fehler beheben

So beheben Sie Verfügbarkeitsabweichungen im Google Merchant Center

Produkte wegen Verfügbarkeitsabweichung abgelehnt? Warum Google einen falschen Lagerstatus beanstandet – mit Anleitung zur Behebung.

Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Was ist eine Verfügbarkeitsabweichung?

Eine Verfügbarkeitsabweichung liegt vor, wenn Ihr Feed ein Produkt als „in_stock“ ausweist, Ihre Landingpage es aber als nicht vorrätig anzeigt (oder umgekehrt). Google prüft das regelmäßig, und Abweichungen führen sofort zur Ablehnung des Produkts.

Das ist einer der 5 häufigsten Fehler im Merchant Center – und einer der teuersten, weil Sie für Klicks auf Produkte bezahlen, die nicht konvertieren können.

Zulässige Werte für die Verfügbarkeit

Google akzeptiert für das Attribut availability genau diese Werte:

  • in_stock – Das Produkt kann sofort gekauft und versendet werden.

  • out_of_stock – Das Produkt ist derzeit nicht verfügbar.

  • preorder – Das Produkt kann bestellt werden, ist aber noch nicht erschienen (erfordert availability_date).

  • backorder – Das Produkt ist vorübergehend nicht auf Lager, kann aber weiterhin bestellt werden. Der Wert wird nur in einigen Ländern unterstützt (vor allem in den USA); in Märkten ohne Unterstützung verwenden Sie stattdessen out_of_stock und weisen auf der Landingpage darauf hin, wann die Ware wieder verfügbar ist.

Warum passiert das?

  • Verzögerte Feed-Aktualisierungen – Das Produkt ist auf Ihrer Website ausverkauft, im Feed steht aber noch in_stock. Das ist Ursache Nr. 1. Hauptfeeds werden in der Regel einmal pro Tag aktualisiert – der Bestand kann sich in diesen 24 Stunden Dutzende Male ändern.

  • Regionale Verfügbarkeit – Das Produkt ist in einigen Regionen erhältlich, in anderen nicht. Im Feed steht für alle Regionen in_stock.

  • Bestand pro Größe/Variante – Das übergeordnete Produkt steht auf in_stock, die konkrete Variante (Größe, Farbe) ist aber ausverkauft.

  • Unklare Angaben auf der Landingpage – Auf Ihrer Seite steht „Verfügbarkeit auf Anfrage“ – Google wertet das als „nicht eindeutig auf Lager“.

  • Probleme bei der Lagersynchronisierung – Mehrere Lager mit unterschiedlichen Beständen; der Feed bildet nur eines davon ab.

So beheben Sie das Problem

Sofortmaßnahmen

  • Ermitteln Sie die betroffenen Produkte unter Merchant Center → Produkte → Maßnahme erforderlich.

  • Prüfen Sie für jedes Produkt den tatsächlichen Lagerbestand auf Ihrer Website.

  • Passen Sie Ihren Feed entsprechend an (oder nutzen Sie die Merchant API für eine sofortige Aktualisierung).

  • Für Produkte, die tatsächlich nicht vorrätig sind: Setzen Sie availability auf out_of_stock – sie erscheinen dann nicht in Shopping, werden aber auch nicht abgelehnt.

Dauerhafte Lösung: Ergänzungsfeed-Datei per Upload (empfohlen)

Die meisten Verfügbarkeitsabweichungen entstehen durch die Lücke zwischen dem täglichen Aktualisierungszyklus Ihres Hauptfeeds und den Bestandsänderungen, die auf Ihrer Website in Echtzeit passieren. Am besten schließen Sie diese Lücke mit einer Ergänzungsfeed-Datei, die Sie alle 30 Minuten ins Merchant Center hochladen (per SFTP oder über Google Cloud Storage; offizielle Bezeichnung des Ergänzungsfeeds: zusätzliche Datenquelle).

Ein Ergänzungsfeed ersetzt Ihren Hauptfeed nicht – er legt gezielt einzelne Attribute darüber. Für die Verfügbarkeit brauchen Sie nur 4 Felder: id, price, availability und sale_price. Dadurch bleibt die Datei winzig und ist schnell erzeugt.

So richten Sie ihn ein

  • Upload-Weg wählen – Das Merchant Center nimmt Ergänzungsfeed-Dateien per SFTP oder als Upload über Google Cloud Storage an; die Zugangsdaten finden Sie in den Einstellungen der Datenquelle. Eine öffentliche URL, die das Merchant Center abruft, funktioniert hier nicht: Ein geplanter Abruf läuft höchstens einmal täglich.

  • Schlanke Feed-Datei erzeugen – Schreiben Sie ein Skript, das aktuelle Verfügbarkeit, Preis und Sonderangebotspreis aus Ihrem Warenwirtschaftssystem abruft und eine minimale CSV- oder XML-Datei ausgibt. Beispiel für das CSV-Format: id,availability,price,sale_price SKU-123,in_stock,29.99 EUR, SKU-456,out_of_stock,49.99 EUR, SKU-789,in_stock,99.99 EUR,79.99 EUR

  • Alle 30 Minuten ausführen – Nutzen Sie einen Cronjob, GitHub Actions, Cloud Scheduler oder einen beliebigen anderen Task-Runner, um die Datei alle 30 Minuten neu zu erzeugen und ins Merchant Center hochzuladen (zusätzliche Datenquellen akzeptieren bis zu 500 Uploads pro Tag).

  • Ergänzungsfeed in GMC registrieren – Öffnen Sie Merchant Center → Einstellungen → Datenquellen → Zusätzliche Quellen → Zusätzliche Produktdaten hinzufügen. Wählen Sie den Datei-Upload (SFTP oder Google Cloud Storage) statt Geplanter Abruf und geben Sie genau den Dateinamen ein, den Sie hochladen werden. Den Tab „Zusätzliche Quellen“ sehen Sie erst, wenn Sie das Add-on „Erweiterte Verwaltung von Datenquellen“ aktiviert haben.

  • Mit dem Hauptfeed verknüpfen – Wählen Sie bei der Einrichtung des Ergänzungsfeeds den Hauptfeed aus, für den er gelten soll. GMC führt beide zusammen; für die 4 enthaltenen Felder haben die Daten aus dem Ergänzungsfeed Vorrang.

Ist der Ergänzungsfeed aktiv, sind Ihre Verfügbarkeitsdaten in GMC höchstens 30 Minuten alt – statt 24 Stunden, wenn Sie nur mit dem Hauptfeed arbeiten. Bei Katalogen mit hoher Umschlagsgeschwindigkeit (Mode, Elektronik, Verbrauchsgüter) kann allein das die Ablehnungen wegen der Verfügbarkeit um 80–90% senken.

Alternative: Merchant API für Aktualisierungen in Echtzeit

Wenn Sie Aktualisierungen in weniger als einer Minute brauchen oder Entwicklerkapazitäten haben, können Sie Verfügbarkeitsänderungen über die Merchant API von Google programmatisch übertragen, sobald sich der Bestand ändert. Das ist die präziseste Option, erfordert aber Entwicklungsaufwand für die Anbindung an Ihre Bestandsereignisse. Für die meisten Händler bietet eine Ergänzungsfeed-Datei, die alle 30 Minuten hochgeladen wird, das bessere Verhältnis von Kosten und Aufwand.

Bestandsführung auf Variantenebene

Setzen Sie ein übergeordnetes Produkt nicht auf in_stock, wenn einzelne Varianten ausverkauft sind. Jede Variante braucht in Ihrem Feed (Haupt- oder Ergänzungsfeed) eine eigene Zeile mit eigenem Verfügbarkeitsstatus. Ihr Ergänzungsfeed sollte eine Zeile pro Varianten-SKU enthalten, nicht eine pro übergeordnetem Produkt.

Klare Angaben auf der Landingpage

Verwenden Sie für vorrätige Artikel einen gut sichtbaren „In den Warenkorb“-Button. Die Crawler von Google suchen auf der Seite nach Signalen, dass das Produkt kaufbar ist – ein vager Hinweis wie „Kontaktieren Sie uns“ wird als nicht verfügbar gewertet.

So beugen Sie vor

  • Ergänzungsfeed-Datei im 30-Minuten-Takt hochladen – die wirksamste strukturelle Lösung (Einrichtung unter „Dauerhafte Lösung“).

  • Regeln mit Bestandsschwellen – Setzen Sie proaktiv out_of_stock, sobald der Bestand unter einen Schwellenwert fällt (z. B. die letzten 2 Stück). Diese sind vermutlich verkauft, bevor Google erneut crawlt, und Ablehnungen kosten mehr als kurze Lücken in Shopping.

  • Bestandsquote überwachen – Verfolgen Sie, wie viel Prozent der aktiven Produkte in Ihrem Feed tatsächlich auf Lager sind. Sinkt der Wert, kündigt sich möglicherweise eine Welle von Abweichungen an.

  • Automatische Artikelaktualisierungen aktivieren – Schalten Sie in den GMC-Einstellungen unter „Automatische Verbesserungen“ die automatischen Artikelaktualisierungen (Automatic Item Updates) ein. Damit kann Google die Verfügbarkeit anhand der strukturierten Daten auf Ihren Seiten selbst korrigieren – ein Sicherheitsnetz für den Notfall.

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