Feed-Optimierung

Getrennte Produkt-IDs: Wann online und stationär verkaufte Produkte eigene IDs brauchen

Google empfiehlt getrennte Produkt-IDs, wenn Attribute online und im Geschäft abweichen: was sich ändert, wer betroffen ist, Umstellung und item_group_id.

Aktualisiert 3 Min. Lesezeit

Was sich geändert hat

Google hat den Umgang mit Multi-Channel-Produkten geändert – also mit Artikeln, die sowohl online als auch in stationären Geschäften verkauft werden. Ein Multi-Channel-Produkt sollte jetzt in beiden Kanälen dieselben zentralen Attributwerte haben. Brauchen Sie online und im Geschäft unterschiedliche Attributwerte (zum Beispiel einen anderen Zustand oder andere benutzerdefinierte Labels für das Anzeigen-Targeting), empfiehlt Google zwei separate Produkte: Ein Produkt, das bisher sowohl online als auch in den Anzeigen für lokales Inventar (Local Inventory Ads) mit der ID SKU-1234 geführt wurde, bekommt dann zwei verschiedene IDs, eine für den Onlinekanal und eine andere für den lokalen bzw. stationären Kanal.

Das gilt für Händler, die sowohl Shopping-Anzeigen (online) als auch Anzeigen für lokales Inventar (im Geschäft) schalten und bei denen dieselbe SKU sowohl im Hauptfeed als auch in einem Feed für lokales Inventar vorkommt. Ein abweichender Preis im Geschäft allein erfordert keine separate ID: Über die Daten zum lokalen Inventar lässt sich der Preis pro Geschäft überschreiben. Wenn Sie nur Shopping-Anzeigen für den Onlinekanal schalten und keine Anzeigen für lokales Inventar nutzen, betrifft Sie diese Änderung nicht.

Warum Google diese Änderung eingeführt hat

Wird dieselbe Produkt-ID sowohl für das Online- als auch für das stationäre Inventar verwendet, erhält das Gebotssystem von Google widersprüchliche Signale. Die Leistungsdaten beider Kanäle laufen auf einer einzigen Produkt-ID zusammen, was es dem Algorithmus erschwert, jeden Kanal für sich zu optimieren:

  • Ein Produkt, das im Geschäft gut, online aber schlecht konvertiert, liefert vermischte Leistungssignale, mit denen Smart Bidding nicht richtig arbeiten kann

  • Attribute können sich zwischen den Kanälen unterscheiden – zum Beispiel ein anderer Zustand im Geschäft oder andere benutzerdefinierte Labels für das Anzeigen-Targeting (ein abweichender Preis im Geschäft, etwa 34,99 € statt 29,99 € online, kann stattdessen aus den Daten zum lokalen Inventar kommen)

  • Conversions durch Abholung im Geschäft und Conversions durch Onlinebestellungen mit Lieferung erfordern unterschiedliche Optimierungssignale

Mit getrennten IDs kann das System von Google jeden Kanal bei Geboten und Attribution als eigenes Produkt behandeln – auch wenn es physisch dasselbe Produkt ist.

Wer betroffen ist

Sie sind betroffen, wenn Sie:

  • einen Hauptfeed für Shopping-Anzeigen im Merchant Center einreichen,

  • zusätzlich einen Feed für lokales Inventar einreichen (oder Anzeigen für lokales Inventar nutzen),

  • dieselbe Produkt-SKU/-ID in beiden Feeds verwenden und

  • für diese Produkte online und im Geschäft unterschiedliche Attributwerte brauchen (abgesehen vom Preis).

Reine Onlinehändler sind nicht betroffen.

Anleitung zur Umstellung

Schritt 1: Überschneidende IDs ermitteln

# Find overlapping IDs across feeds
online_ids = set(primary_feed['id'])
instore_ids = set(local_inventory_feed['id'])
overlapping = online_ids.intersection(instore_ids)
print(f"Products requiring ID split: {len(overlapping)}")

Schritt 2: Namenskonvention festlegen

Gängige Muster:

  • SKU-1234-online vs. SKU-1234-store

  • online_SKU-1234 vs. store_SKU-1234

  • SKU-1234-W (Web) vs. SKU-1234-S (Store)

Wichtige Einschränkung: Produkt-IDs dürfen höchstens 50 Zeichen lang sein und keine Leerzeichen enthalten. Prüfen Sie, ob Ihre neuen IDs diese Vorgaben erfüllen, bevor Sie sie in großem Umfang einspielen.

Schritt 3: Hauptfeed aktualisieren

Stellen Sie alle betroffenen Produkt-IDs auf die neue Konvention für den Onlinekanal um. Alle anderen Attribute (title, price, GTIN, Bilder) bleiben unverändert – nur das Attribut id ändert sich.

Schritt 4: Feed für lokales Inventar aktualisieren

Stellen Sie alle betroffenen Produkt-IDs im Feed für lokales Inventar auf die Konvention für den stationären Kanal um. Die IDs müssen jetzt den neuen IDs für den stationären Kanal entsprechen, nicht den IDs für den Onlinekanal.

Schritt 5: item_group_id berücksichtigen

Wenn Sie Varianten über item_group_id gruppieren, brauchen Sie eine einheitliche Strategie. Nach der aktuellen Empfehlung von Google verwenden Sie für dasselbe Produkt kanalübergreifend dieselbe item_group_id – es bleibt dasselbe physische Produkt, nur in unterschiedlichen Kanälen abgebildet. So bleibt die Gruppierung der Varianten einheitlich, und die Feedverwaltung wird einfacher. Details finden Sie im Leitfaden zum Attribut item_group_id.

Schritt 6: Einreichen und prüfen

Behalten Sie nach der Aktualisierung beider Feeds den Tab „Maßnahme erforderlich“ im Merchant Center im Blick. Dort sollten Ihre Onlineprodukte mit den neuen kanalspezifischen IDs erscheinen, ohne Warnungen wegen „widersprüchlicher Produkt-IDs“.

Auswirkungen auf die Leistung von Smart Bidding

Eine geänderte Produkt-ID gilt im System von Google als neues Produkt. Die Leistungshistorie der alten ID wird nicht übernommen. Smart Bidding muss für die neuen IDs eigene Modelle aufbauen – in der Regel dauert diese Lernphase 2–4 Wochen. Planen Sie das Budget während der Umstellung etwas vorsichtiger; der ROAS kann schwanken.

Wichtig: Alte IDs nicht sofort löschen

Wenn Sie neue IDs einführen, entfernen Sie die alten nicht sofort, solange noch Google Ads-Kampagnen oder Produktgruppen darauf verweisen. Passen Sie zuerst die Produktgruppenfilter der Kampagnen an die neuen IDs an und entfernen Sie erst dann die alten IDs aus dem Feed. Entfernen Sie eine ID, auf die noch verwiesen wird, liefert die Kampagne für diese Produktgruppe nichts mehr aus, bis der Filter aktualisiert ist.

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